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Yoga mit Bahadur Shanti Kaur

Kundaliniyoga gegen Ängste

Etwa ein Viertel der deutschen Bevölkerung leidet unter einer Angststörung1. Eine alarmierende Zahl! Ängste sind ganz natürlich und auch notwendig um uns vor Gefahren und Risiken mit unabsehbaren Folgen zu schützen. Doch was geschieht, wenn der natürlich Schutzmechanismus außer Kontrolle gerät? Und wie kann Yoga, im speziellen Kundaliniyoga, hier helfen?

Wie Ängste entstehen

In der Vergangenheit waren Ängste ein natürlicher Schutzmechanismus vor Gefahren wie etwa wilden Tieren oder unkontrollierbaren Konflikten. Sie dienten dem Überleben. In einer Gefahrensituation wird das sympathische Nervensystem aktiviert, welches Signale an den Körper sendet, die eine „Flieh oder kämpfe“-Reaktion hervorrufen. Die Konzentration wird erhöht, regenerative Prozesse werden heruntergefahren, der Körper schüttet u.a. Adrenalin aus, was zu erhöhter Wachheit und Aufmerksamkeit führt. Ist die Gefahr vorüber, wird im Gegenzug das parasympathische Nervensystem aktiviert, Körper und Geist kommen wieder zur Ruhe.

Heutzutage hat sich die Ursache von Ängsten jedoch grundlegend gewandelt. Statt einer konkreten, zeitlich genau bestimmbaren Gefahr, werden wir nun von existenziellen oder sozialen Ängsten bestimmt. Anhaltender Leistungsdruck bei der Arbeit, ständige Erreichbarkeit durch Mittel moderner Technik und der permanente Vergleich innerhalb sozialer Netzwerke lassen die Ursachen von Ängsten heute viel weniger greifbar erscheinen, so dass unser Körper nicht mehr angemessen auf sie reagieren kann. Der Wechselfluss der Aktivierung von sympathischem und parasympathischem Nervensystem wird gestört.

Wie hilft Kundaliniyoga?

Immer mehr Studien belegen die Wirksamkeit von Yoga, Meditation und Achtsamkeitstraining in Hinblick auf Ängste.

Indem sie die Aktivität der Aufmerksamkeitsnetzwerke im Frontallappen stimulieren, regulieren Yoga und Meditation die Aktivitäten in verschiedenen Gehirnarealen, u.a. der Amygdala, die mit Ängsten und den Auswirkungen von Stress in Zusammenhang gebracht wird. Genau diese Regulierung wirkt sich positiv auf das Zusammenspiel von sympathischem und parasympathischem Nervensystem aus.

Eine Kombination von Yogaübungen, Meditation und Pranayama (Atemübungen) ruft Veränderungen in der Neurochemie des Gehirns hervor, die zu einer Verbesserung der Stimmung und des Gemüts führen. Kundaliniyoga kombiniert diese drei Elemente — jede Kundaliniyogaklasse beginnt mit einem Anfangsmantra und beinhaltet einige Aufwärmübungen, eine Kriya, d.h. eine Übungsreihe zu einem bestimmten Thema, in dem Atemtechniken und Mantras zum Einsatz kommen, eine tiefe Entspannung und zuletzt eine Meditation, die thematisch auf die Kriya abgestimmt ist. Beendet wird jede Kundaliniyogaklasse mit dem Abschlussmantra „Sat Nam“ — „Dies ist deine wahre Identität“.

Ich unterrichte Kundaliniyoga nach den Lehren von Yogi Bhajan und verwende ein Programm, welches Kundaliniyoga und Achtsamkeitsübungen kombiniert um gegen Ängste vorzugehen. Neueste Studien geben Anlass zu der Vermutung, dass Kundaliniyoga im speziellen eine wirksame Methode zur Verbesserung von Angststörungen darstellt. Durch Achtsamkeitsübungen erfährst du mehr über dich und deine Ängste, deckst unterbewusste Verhaltensmuster auf und kannst deinen Ängsten gezielt entgegenwirken indem du lernst sie besser zu verstehen. Durch speziell auf dieses Thema ausgerichtete Übungsreihen und Meditationen stärkst du mit Kundaliniyoga dein Selbstbewusstsein und deine Fähigkeit zu handeln. Dein Selbstbild verändert sich zum positiven und du entwickelst die Kraft und den Mut dich deinen Ängsten zu stellen. Durch Meditation wird dein Unterbewusstsein „aufgeräumt“, damit Raum für Heilung entsteht und emotionale Verletzungen heilen können. Du entwickelst mit der Zeit ein Gefühl der Ganzheit. Du lernst mit Kundaliniyoga die Verbindung von Körper und Geist im Zustand der Angst zu verstehen und kannst dank gezielter Atemübungen Techniken entwickeln, mit deren Hilfe du deinen Körper und so im Zusammenspiel auch deinen Geist im Zustand der Angst beruhigen kannst.

Dich interessiert mein Programm „Kundaliniyoga und Achtsamkeitstraining gegen Ängste“? Hier findest du die kommenden Termine.


1) Quelle: Statista 2018 https://de.statista.com/statistik/daten/studie/182616/umfrage/haeufigkeit-von-angststoerungen/